Ein paar Infos zum Chor

Der kammerchor orchi e balene hat seinen Schwerpunkt in der Vokalmusik des 16. und 17. Jahrhunderts. In kleiner Besetzung – mit drei- bis vierfach besetzten Stimmen – erarbeitet das Ensemble geistliche und weltliche Musik der Renaissance und des Frühbarock und ist bestrebt, der jeweiligen Stilistik möglichst gerecht zu werden.

Gelegentlich gliedern neue Vokalstücke die Konzertprogramme und treten der Alten Musik kontrastierend gegenüber.

Mit Begeisterung bringt der Chor auch Werke zur Aufführung, die trotz ihrer musikalischen Qualität noch keinen Eingang in das Standardrepertoire gefunden haben.

Aktuell: Sopran und Bass gesucht

Wir suchen derzeit einen Sopran und einen Bass-Sänger.

Wir führen Ende März / Anfang April ein Programm mit Messen von Igor Strawinsky und Johannes Ockeghem auf. Dafür suchen wir noch zwei Soprane und einen Bass mit klangschöner, sicherer Stimme, die es sich zutrauen, zwischendurch auch Passagen in zweifacher Besetzung zu übernehmen.

Unsere Proben finden montags zwischen 20 und 22 Uhr in Kreuzberg und in Mitte statt.

Über das aktuelle Programm hinaus besteht die Option, auch längerfristig in unserem Ensemble mitzuwirken. 

Unsere Präsenz auf Facebook

Ein Ausschnitt aus: Carta marina et descriptio septemtrionalium terrarum ac mirabilium rerum in eis contentarum diligentissime eleborata anno dni 1539

Mehr zum Namen des Ensembles...

Kommende Konzerte

Aktuelles Programm

Johannes Ockeghem (um 1420-1497): Missa Au travail suis

Wir singen die Missa Au travail suis des frankoflämischen Renaissncemeisters Johannes Ockeghem. Ein dreistimmiges Rondeau des Zeitgenossen Barbinguant bildet das Rückgrat der gesamten Komposition: Die weltliche Liedmelodie wird im Kyrie vom Tenor vollständig zitiert und scheint auch im weiteren Verlauf der Messe immer wieder durch - am deutlichsten am Anfang eines jeden Satzes. Mehrmals kommt es zu Stellen, die überraschend aus der ruhigen Grundstimmung ausbrechen: durch schnelle Notenwerte und bizarre Rhythmen, oder auch durch Passagen, in denen die Zeit stillzustehen scheint.

Eine Welt für sich, erschaffen vor rund 550 Jahren. – Wer in sie eintaucht, kann dem schnelllebigen Alltag für eine Weile entfliehen.

19. November 2022 - 17:00 Uhr
St.-Lukaskirche │ Bernburger Straße 3 │ 10963 Berlin-Kreuzberg
Kleines Werkstattkonzert

20. November 2022 - 15:30 Uhr
Kapelle des Alten St.-Matthäus-Kirchhofs │ Großgörschenstraße 12 │ 10829 Berlin-Schöneberg
Andacht zum Ewigkeitssonntag mit Pfarrer Burkhard Bornemann

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In Planung ist außerdem:

Die Messe von Igor Strawinsky: Konzerttermine (voraussichtlich März /April 2023) werden noch bekannt gegeben.

Und eine Gesamtaufführung des Motettenbandes Sacrae Cantiones (1593) von Raffaella Aleotti, 


Vergangene Konzerte

 

Sacrae Cantiones

Vittoria Raffaella Aleotti, die Tochter eines angesehenen Architekten und Ingenieurs, war 18 Jahre alt, als 1593 in Venedig gleich zwei Sammlungen ihrer Kompositionen veröffentlicht wurden: 21 vierstimmige Madrigale unter ihrem Taufnamen Vittoria und der Motettenband Sacrae Cantiones unter ihrem Ordensnamen Raffaella. Im selben Jahr entschloss sich die Novizin, endgültig ins Nonnenkloster San Vito in Ferrara einzutreten. Die Schwestern beschränkten sich dort nicht auf das Singen und Orgelspielen; Zeitzeugen berichten von Zinken, Posaunen, Violinen, Viole bastarde, Doppelharfen, Lauten, Cornamusen, Flöten und Cembalo und rühmen den beinah überirdischen Klang des Ensembles.

Der kammerchor orchi e balene bringt in der Martin-Luther-King-Kirche zehn Motetten der jungen Komponistin zu Gehör.

kammerchor orchi e balene
Eva Schulze – Orgel
Markus Wettstein – Leitung

 

in Not

Ausgehend von zwei großen Vokalkompositionen des 16. und 17. Jahrhunderts beschäftigt sich der kammerchor orchi e balene mit Notsituationen: Bei Orlando di Lasso handelt es sich um die Zerstörung Jerusalems 587 vor Christus, wie sie in den Klageliedern Jeremias beschrieben wird. Bei Claudio Monteverdi ist es der plötzliche Tod der Geliebten, den Glaukos am Grab von Corinna beweint. Zur Uraufführung gelangt eine Komposition für achtstimmigen Doppelchor von Markus Wettstein, die auf Handlungsanweisungen der Katastrophenhilfe bei Waldbrand, Erdbeben, Tornado und Tsunami zurückgeht.

Programm

Orlando di Lasso (1532-1594)
Hieremiae prophetae lamentationes  quatuor vocum

Claudio Monteverdi (1567-1643)
Sestina  Lagrime d’Amante al Sepolcro dell’Amata

Markus Wettstein (*1963)
notlagen  brand – beben – sturm – flut  (UA)


kammerchor orchi e balene

Eva Schulze – Orgel

Cesar Queruz – Theorbe

Markus Wettstein – Leitung


 

Tobe, Welt, und springe...

Johann Sebastian Bach hat von seinem Vater Johann Ambrosius ein Archiv übernommen, in dem dieser Stücke älterer Familienmitglieder zusammengetragen hatte. Er hat die Sammlung in Ehren gehalten, ganz offensichtlich Impulse für sein eigenes Komponieren daraus bezogen und sie schließlich an seinen Sohn Carl Philipp Emanuel weitervererbt. Der kammerchor orchi e balene hat daraus fünf eindrückliche Kompositionen ausgewählt und mit der deutlich umfangreicheren Motette Jesu, meine Freude von Johann Sebastian Bach kombiniert.

Programm

Johann Bach (1604-1673): Unser Leben ist ein Schatten

Johann Michael Bach (1648-1694): Halt, was du hast

Johann Michael Bach: Herr, ich warte auf dein Heil

Johann Christoph Bach (1642-1703): Fürchte dich nicht

Johann Christoph Bach: Der Gerechte, ob er gleich zu zeitig stirbt

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Jesu, meine Freude


kammerchor orchi e balene

Eva Schulze – Orgel, Waltraut Gumz – Violone

Markus Wettstein – Leitung

 

Marc-Antoine Charpentier – Vêpres pour les oubliées

Viel zu lange fand Marc-Antoine Charpentier (1643-1704) wenig Beachtung. Bereits zu Lebzeiten im Schatten der Mächtigen, schuf er als Musiklehrer und Kapellmeister an einem Jesuitenkolleg in Paris rund 500 geistliche Werke von höchster musikalischer Qualität, die – je nach ihrem textlichen Inhalt – vor Freude sprudeln oder in bitteren Tönen klagen.

Der kammerchor orchi e balene gestaltet – mit Solisten und Basso continuo – unter der Leitung von Markus Wettstein eine musikalische Vesper, die sieben Motetten und ein Magnificat des französischen Barockkomponisten umfasst. Eine Besonderheit bei dieser Aufführung: Die traditionellerweise von der Choralschola vorgetragenen Antiphonen wurden hier durch textgebundene Vokalimprovisationen ersetzt. 


kammerchor orchi e balene

Rosemarie Renneberg – Dessus | Ulrike Günter – 2nd Dessus | Wiebke Rockhoff – 3me Dessus | Jörg Mathews – Haute-contre | Mathias Müller – Taille | Lars Bahners – Basse

Eva Schulze – Orgel | Waltraut Gumz – Viola da gamba

Markus Wettstein – Leitung

 

Vokalmusik venezianischer Meister

Geistliche Musik von Adrian Willaert, Cipriano de Rore, Claudio Merulo, Giovanni Croce, Giovanni Gabrieli, Claudio Monteverdi, Francesco Cavalli

I maestri di San Marco

Die Capella Marciana des Markusdoms in Venedig hatte um 1600 einen immensen Einfluss auf die musikalische Entwicklung in ganz Europa. Die Architektur der Basilika legte mit ihren zahlreichen Emporen das Musizieren in mehreren Chören nahe. Im Miteinander von Stimmen und Instrumenten entfaltete sich ein Klang von enormer Tiefenwirkung und Pracht. Der Kammerchor orchi e balene spürt, gemeinsam mit Solisten und dem Instrumentalensemble le viole d’arianna, der stilistischen Entwicklung nach, die sich hier zwischen 1530 und 1650 abgespielt hat. Es kommen Werke von Adrian Willaert, Cipriano de Rore, Claudio Merulo, Giovanni Gabrieli, Giovanni Croce, Claudio Monterverdi und Francesco Cavalli zur Aufführung, die alle am Markusdom tätig waren.

kammerchor orchi e balene mit Solisten, Gambenconsort und Basso continuo.

Rosemarie Renneberg – Sopran

Hitomi Makino – Alt

Mathias Müller – Tenor

Lars Bahners – Bass 

gambenconsort le viole d’arianna

Eva Schulze – Orgel

Markus Wettstein – Leitung

 

sch³

Geistliche Musik von Heinrich Schütz, Johann Hermann Schein und Samuel Scheidt

 

Die drei großen SCH des deutschsprachigen Frühbarock: Sie waren in Dresden, Leipzig und Halle tätig und wurden in drei aufeinanderfolgenden Jahren geboren. Obwohl Schütz als Einziger in Venedig studierte, waren alle drei auf ihre Weise vom italienischen Stil beeinflusst.

 

Der kammerchor orchi e balene präsentiert – mit Solisten, Gambenconsort und Basso continuo – einen kleinen Querschnitt durch ihr faszinierendes Schaffen: Doppelchörige Werke wechseln sich mit fünfstimmigen Motetten ab, Geistliche Konzerte mit kunstvollen Choralbearbeitungen. Da die drei Komponisten teilweise dieselben Texte vertont haben, entsteht ein spannendes Geflecht mehrfacher Bezüge.

Christine Seeberg, Ulrike Günter – Sopran

Hitomi Makino – Alt

Mathias Müller – Tenor

Lars Bahners – Bass

 

kammerchor orchi e balene     

 

gambenconsort le viole d’arianna

Eva Schulze – Orgel

 

Markus Wettstein – Leitung 


Video Mitschnitte

Adriano Banchieri: Barca di Venetia per Padova (1603)

Aufführung im Stadtbad Steglitz

Proben zu sch³

eine kleine Impression...


Leitung

Markus Wettstein wurde bei Zürich geboren, studierte an den Musikhochschulen Luzern und Basel Chorleitung, Schulmusik und Komposition und besuchte Dirigier-Meisterkurse in England, Deutschland und Frankreich. Er unterrichtete Musiktheorie an der Musikakademie Basel und Improvisation an der Musikhochschule Zürich.

Den kammerchor orchi e balene leitet er seit 2000.

2003 gründete er den Kammerchor hortus vocalis, mit dem er bis 2011 durchkomponierte Konzertprogramme Alter und Neuer Musik erarbeitete – etwa mit Werken von Machaut, Dufay, Isaac, Tallis, Marenzio, Monteverdi… sowie einer Uraufführung von James Etherington.

2005-2012 war er Leiter des choeur diplomatique im Auswärtigen Amt.

2012 arbeitete er mit den Chören der Philharmonie Jekaterinburg (Russland), mit denen er ein Programm Deutscher Chormusik aufführte. An der dortigen Musikhochschule leitete er ein Seminar zum selben Thema.

Mit dem Deutsch-Französischen Chor Berlin führte er chorsinfonische Werke von Poulenc, Puccini, Mendelssohn und Mozart auf, unter anderem mit dem Staatssinfonieorchester Kaliningrad.

Markus Wettstein ist gleichermaßen als Komponist tätig und schreibt neben instrumentaler Kammermusik und Chorwerken auch für Orchester und das Vokale Musiktheater. 2012 arbeitete er als Composer-in-Residence mit dem Ensemble Thingamajigs in San Francisco.

2010 gründete er das ensemble xenon für Neue Musik, mit dem er seitdem weit mehr als 50 neue Werke uraufführte.

Seit 2019 ist er Lehrbeauftragter der Hochschule für Musik Hanns Eisler für Tonsatz und Gehörbildung am Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach.


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Zum Namen des Ensembles

Beeilt euch, Wale und Schwertwale

Der Name des Kammerchores entstammt dem Madrigalzyklus Lamento d’Arianna von Claudio Monteverdi: Nachdem Ariadne von Theseus auf der Insel Naxos zurückgelassen wurde, wünscht sie sich – zwischen Wehmut, Verzweiflung und Wut hin und hergerissen – er möge von den Ungeheuern des Meeres verschlungen werden.

…correte orchi e balene e de le membr’immonde empiete le voragini profonde!